Eröffnung der Woche der erneuerbaren Energien 2017

9. Mai 2017

Woche der erneuerbaren Energien 2017, Rede Petra Enders

Meine sehr verehrten  Damen und Herren, werte Kreistagsmitglieder, werte Gäste,

Es ist mir heute eine Freunde, die alle recht herzlich zur Eröffnungsveranstaltung der Woche der Erneuerbaren Energien hier im ehemaligen Neideck-Gymnasium zu begrüßen, einem Ort, an dem Bildung zu Hause ist.

Meine Damen und Herren, der Ilm-Kreis führt diese Veranstaltungsreihe nun schon zum   20. Male durch.  Unterstützt durch den EuT, Herrn Steffani als Vorsitzenden, unserer AGENDA 21-Stelle, Frau Pillasch, die die Hauptorganisation im Auftrag des Ilm-Kreises übernommen haben,  aber auch mit vielen weiteren Partnern, wie dem Thüringer Nachhaltigkeitszentrum in Arnstadt und der der IG Stadtökologie. 

Hinzu kommen Partner, wichtige Partner in der Umwelterziehung und Bildung in unserem Schülerfreizeitzentrum hier in Ilmenau. Und freue mich, dass wir in der letzten Kreistagssitzung den nun entscheidensten  Beschluss zur Sanierung des Schülerfreizeitzentrums gefasst haben, der  die Grundlage dafür ist,   die Schulungs- und Lernbedingungen wesentlich zu verbessern.  Und ich sage das immer:   Investitionen in Bildung sind gute, sind nachhaltige Investitionen, sind Investitionen in die Zukunft.- und damit auch gut angelegtes Geld in unserem Kreis!

Mein Dankeschön gilt aber auch weiteren Partnern , wie der Bürgerkraft Thüringen e. G, mit denen wir als Ilm-Kreis schon einige gemeinsame Projekte initiieren konnten.  Denn gerade erneuerbare Energien sind prädestiniert vor Ort erzeugt und verbraucht zu werden. Das schafft Akzeptanz und  lässt Wertschöpfung in der Region.  Deshalb sind Bürgergenossenschaften und Stadtwerke  dabei unsere wichtigsten Partner!

Mein herzliches Dankeschön gilt somit allen, die unsere Woche der erneuerbaren Energien mit vorbereitet und organisiert haben, gilt unseren Schulen, die sich beteiligen, insbesondere unseren Grundschulen in Plaue und Gräfenroda, die in diesem Jahr Ausrichter des  11. Schulenergietages sind.

Sein Sie alle recht herzlich willkommen!

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Als Landrätin des Ilm-Kreises freue ich mich auch in diesem Jahr auf die Woche der Erneuerbaren Energien, die 2017 unter dem Motto: „Nachhaltigkeit vs. Wergwerfgesellschaft“ steht.

Ein Thema, dass uns tagtäglich begegnet. Fragen wir uns doch einmal selbst: Wie gehen wir selbst mit Lebensmitteln, Gebrauchsmitteln  und natürlichen Ressourcen, wie Wasser und Energie,  um. Wie oft landen Nahrungsmittel, aber auch Gebrauchsgegenstände  in der Mülltonne, nicht etwa, weil sie ungenießbar, kaputt oder zerstört wären: Nein, nur einfach, weil man Ihnen überdrüssig ist.

Statistiken besagen, dass weltweit Jahr für Jahr 1,3 Milliarden Tonnen noch essbare Lebensmittel weggeschmissen werden, obwohl 800 Millionen Menschen derzeit nicht ausreichend genug zu essen haben. UND 18 Millionen Menschen weltweit jährlich an Hunger sterben.

Und Statistiken besagen, dass diese Lebensmittel, die zwar produziert, aber nicht gegessen werden, auf einer Anbaufläche von 1,4 Milliarden Hektar Land angebaut werden. (nur mal zum Vergleich Deutschland hat eine Landesgröße von 35,7 Millionen Hektar Fläche). Ressourcen, die man einfach so verschwendet.

Hinzu kommt die Ressourcenverschwendung für Lagerung, Vermarktung, Transport und Produktion. Wie oft frage ich mich, warum jeder Kecks 3 mal eingepackt ist, in Folie, Silberpapier und einen bunten Pappkarton.

Und es kann doch nicht sein, dass sich  2 Drittel der Ackerfläche, die für die Ernährung der Menschen in Deutschland benötigt werden,  im Ausland befinden.

Ich sage: Wir müssen die Regenerationskraft der Ökosysteme zum Maßstab ihrer Nutzung machen. Nur auf diese Weise wird es uns gelingen, künftigen Generationen, unseren Kindern und Kindes Kindern die Möglichkeit eines sicheren und menschen- würdigen Lebens offenzuhalten. Denn Nachhaltig kann Entwicklung nur sein, wenn die Kosten für die Zukunft mit auf der Rechnung stehen. Und wir brauchen in Produktion und Konsum eine Abkehr von der Fixierung auf Güterwohlstand und Wachstum. Auch nur so werden wir das Armutsproblem lösen können

Perfekt gesagt, hat es Dalai Lama, den ich jetzt zitieren möchte: „Der Mensch ist da um geliebt zu werden. Eine Sache ist da um gebraucht zu werden. Warum die Welt aus dem Gleichgewicht ist, ist klar. Wir lieben unsere Sachen und gebrauchen den Menschen!“

Meine Damen und Herren,

gerade auf dem Energiesektor erleben wir in Deutschland die Auswirkungen eines Wirtschaftens, dass nur auf Profit und Wachstum ausgerichtet ist. Die 4 großen Energiekonzerne versuchen ihre Vormachtstellung in der Energieerzeugung und -verteilung zu halten. Die  Ausmaße erleben wir einem  überdimensionierten Leitungsausbau. Energieerzeugung und damit verbundener Transport orientieren sich schon lange nicht mehr am Bedarf, an dem was tatsächlich notwendig ist, um Versorgungssicherheit in Deutschland zu sichern, sondern am Profit, der sich gut durch Stromhandel gestalten lässt.

Solange also die Bundesnetzplanung, damit Politik dem nicht  Einhalt gebietet, werden  durch Thüringen weitere Höchstspannungsleitungen führen. Ich sage immer:  Man muss die Ursachen bei den Wurzeln packen! Es geht nicht darum, die Leitung von rechts nach links zu verlegen, nach dem Motto: Hauptsache bei mir nicht vorbei! Sondern es geht darum, eine nachhaltige Energiepolitik zu gestalten. Und die wird  nur dezentral – regional und regenerativ funktionieren. Und ich sage: Energie ist eine Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge und gehört in öffentliche Hand, in kommunale, in Bürgerhand!

Und nicht in die Hände Einzelner! In die Hände großer Energiekonzerne! Und wenn wir daran nichts ändern, werden wir in Zukunft nicht nur über den Südlink reden, sondern auch über weitere Leitungen, die Natur- und Umwelt unwiederbringbar schädigen und überhaupt nichts mit erneuerbaren Energien zu tun haben! Ich kann dieses Ammenmärchen nicht mehr hören! Auch wenn es immer wieder zur Begründung herangezogen wird! Um sich politisch zu rechtfertigen!

Und wenn wir diese Welt verändern wollen, dann muss Demokratie und Mitbestimmung gestärkt werden. Wie ernst man Bürgerbeteiligung und Anhörungen nimmt, kann man aktuell erleben bei der Anhörung zum Südlink in der Festhalle in Ilmenau. Weit weg zum eigentlichen Geschehen, mit zig Fachanwälten und zig durch die Konzerne gekauften Gutachter, – die einzelnen Bürgern betroffenen  Städten und Gemeinden gegenüberstehen. Die solidarisch vielleicht einen Fachanwalt ggf. einen Gutachter bezahlen können. Keine Auseinandersetzung auf Augenhöhe, wie ich meine!

Und wenn man etwas gegen die viel zu hohen Strompreise in Thüringen tun will, geht es nicht nur darum, die  Netznutzungsentgelte bundesweit zu vereinheitlichen. Es geht darum eine nachhaltige Energiepolitik zu gestalten. Und daran müssen wir arbeiten.

Liebe Anwesende, der ehemalige Präsident der USA Obama sagte einmal: Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel spürt, und die letzte die etwas dagegen tun kann!

Wir haben uns im Ilm-Kreis auf den Weg gemacht! Ein Klimaschutzkonzept verabschiedet, nach dem wir arbeiten. Ich will das jetzt nicht erläutern. Aber dennoch einige aktuelle Punkte herausstellen: Ziel ist es auf allen kreiseigenen Dächern, dort wo es möglich ist Photovoltaikanlagen zu erreichten.  5 Anlagen befinden sich   jetzt aktuell  durch die Genossenschaft Bürgerkraft in Umsetzung. Mit der Wirtschaft, der Initiative Erfurter Kreuz  und den Stadtwerken arbeiten wir am Projekt Energieeffizientes Erfurter Kreuz. Dies nimmt Gestalt an. Und ich wünsche mir: Dass das gelingt! Übrigens: Die Grundlagen wurden im Rahmen der Woche der erneuerbaren Energien gelegt. Und wir arbeiten am Projekt Fleet-Floating , was nichts anderes ist als die Erschließung des Erfurter Kreuzes mit E-Mobilität in Einbindung in den öffentlichen Nahverkehr. Um nur einige zu nennen.

 

 

Deshalb: lassen Sie uns die Woche der erneuerbaren Energien nutzen, um ins Gespräch zu kommen, mit Fachleuten zu diskutieren und unsere eigenen Erfahrungen auszutauschen. Ich freue mich drauf!

In diesem Sinne wünsche ich der Woche der erneuerbaren Energien viel Erfolg. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!