Grußwort der Landrätin, Petra Enders zur feierlichen Eröffnung der Erlebnisausstellung zur Bibel

14. März 2014

Sehr geehrter Herr Plentz,

vielen Dank für die freundliche Begrüßung. Vielen Dank auch an Daniela und Christian Trommer für ihre musikalischen Beiträge.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren,

es passiert sicherlich nicht alle Tage, dass ich als Landrätin die Gelegenheit habe, Schirmherrin einer Bibelausstellung zu sein und diese zu eröffnen. Heute ist so ein Tag, und ich kann Ihnen sagen, dass ich dies sehr, sehr gern mache.

Die Bibel ist das Buch der Bücher. Und weil es heute eine gute Gelegenheit ist, möchte ich mein persönliches Erleben mit der Bibel erzählen. Ich war gerate Bürgermeisterin von Großbreitenbach geworden. Es waren die ersten Tage meiner Amtszeit. Der Tag war wie immer prall gefüllt. Plötzlich hörte ich eine laute Stimme im Vorzimmer, die Bitte wurde ausgesprochen, nur kurz mit dem Bürgermeister zu sprechen. „Nur ein paar Minuten…“ war zu vernehmen. Ich bat den Unbekannten herein.

Er setzte sich, stellte sich als Unternehmer aus Hamburg vor, der hier auf der Dienstreise sei. Ich fragte wie immer, „Was kann ich für Sie tun?“ Er antworte: „Ich möchte etwas für Sie tun.“ Ich war erstaunt. „Kennen Sie die Bibel?“ Ich war noch mehr erstaunt. Mit einer solchen Frage hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

„Warum?“ fragte ich. „Weil ich Ihnen eine Bibel mitgebracht habe.“

Er öffnete seinen Pilotenkoffer und nahm eine sehr repräsentative Auflage der Bibel heraus. Na so etwas dachte ich.

„Diese Bibel möchte ich Ihnen schenken.“ Das schien mir doch sehr merkwürdig. Ein Fremder, eine Bibel, schenken – warum? Er sagte: „Wissen Sie, ich war einmal schwer krank, die Medizin hatte mich aufgegeben. In dieser Zeit habe ich zu Gott gefunden. Schauen Sie mich an. Ich bin gesund, mir geht es gut. Das will ich auch für andere. Deshalb verschenke ich Bibeln.“ Ich war erstaunt. Er erhob sich und ehe ich etwas Vernünftiges sagen konnte, sprach er: „Möge diese Bibel, möge Gottes Wort Sie auf all Ihren Wegen begleiten.“

Seitdem steht diese Bibel in meinem Arbeitszimmer, früher im Rathaus, begleitete mich im Landtag und heute im Landratsamt in Arnstadt. Und jeder der reinkommt, kann sie sehen.

Ich gebe zu, ich habe nur wenig Zeit für mich. Aber in den wenigen ruhigen Minuten, die ein Arbeitstag einer Landrätin so hat, blättere und lese ich darin.

Wenn ich dann eine Stelle finde, die mir wichtig ist, halte ich inne und bin dann über die Weisheit erstaunt, die mir aus den Texten entgegen strahlt.

Auf die Bibel bezogen will ich einen Spruch zitieren: „Siehe, ich komme bald. Selig ist, der da hält die Worte der Weissagung in diesem Buch“. Neues Testament, Offenbarung, Kapitel 22, Vers 7.

An anderer Stelle lese ich dann aus der Apostelgeschichte zum Beispiel und spüre da auch so etwas wie Humor: „Etliche schrien so, etliche ein anderes und die Gemeinde war irre und die meisten wussten nicht, warum sie zusammen gekommen waren“. Und das erinnert mich, wenn ich ehrlich bin, oftmals an das Politische Geschehen in meinem Leben.

Und ich frage mich: Woher wussten die Autoren der Bibel das, wie es da manchmal zugeht? Und warum fällt mir ein solcher Satz erst jetzt auf? Warum hat er für mich auf einmal eine Bedeutung?

Aber vielleicht ist es genau das, was die Bibel ausmacht. Es geht nicht nur um das gedruckte Buch. Es geht aus meiner Sicht vielmehr um ihre Wirkung auf uns Menschen, um ihren Geist!

Heute, so habe ich in Vorbereitung auf diese Grußwort herausgefunden, heute ist die Bibel in 2300 Sprachen übersetzt. 98 % der Weltbevölkerung können die Bibel in ihrer Muttersprache lesen. Sie ist das meist gelesene Buch der Welt!

Und Sie, sehr geehrter Herr Plentz und Ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Ilmenau machen wie bereits 2003 und 2007 in diesem Jahr erneut einen Versuch, die Bibel einem breiten Publikum näher zu bringen.

Die ab heute hier zu sehende Erlebnisausstellung zur Bibel bezeugt die Einzigartigkeit dieses Buches auf eindrucksvolle Weise. In 10 Abteilungen mit über 300 wertvollen und originellen Exponaten wird die Geschichte des Buches der Bücher gezeigt. Das ist beeindruckend. Ich freue mich schon auf die Führung.

Was ich aber bereits jetzt sagen kann: Diese Ausstellung, das will ich hier bei der Eröffnung als Schirmherrin hervorheben, diese Ausstellung hat viele Besucherinnen und Besucher verdient. Und ich hoffe, dass auch viele junge Menschen dieses Angebot annehmen.

Wichtig ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass man Gelegenheit hat, über das in dieser Ausstellung erlebte im Nachgang zu reden. Seine Eindrücke untereinander auszutauschen. Auch dafür bietet diese Ausstellung Raum. Bei „Bibelkuchen“ in der Cafeteria kann man sich mit Menschen unterhalten, die, so steht es in Ihrer Einladung, eigene Erfahrungen mit der Bibel gemacht haben.

Das finde ich gut. Weil hier die Verknüpfung gelingen kann, von der doch auch technisch geprägten Ausstellung der Geschichte  der Bibel, am Anfang aufgeschrieben auf der Papyrusrolle, über den Buchdruck zu Gutenbergs Zeiten bis hin zur digitalen Bibel im Jetzt und dem Geist dieses Buches von dem ich gesprochen habe.

Lassen Sie mich zum Schluss noch einen Satz aus dem Alten Testament zitieren, Kapitel 7, Vers 8: „Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang. Ein geduldiger Geist ist besser denn ein hoher Geist“.

In diesem Sinne wünsche ich der Erlebnisausstellung zur Bibel hier in Ilmenau einen guten Verlauf.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.