PM 2014-04-16 Landrätin Petra Enders: Protest gegen 380 kV-Leitung ebbt nicht ab

16. April 2014

Arnstadt. „Es ist ein Irrglaube, wenn jemand meint, dass ein weitestgehend ungestörter Aufbau der Masten ein Beweis dafür ist, dass der Protest gegen diese Leitung abgeebbt ist”,  sagt Landrätin Petra Enders in einer Reaktion auf einen entsprechenden Artikel der TA vom Mittwoch, um hinzu zu fügen: „Die Arbeit der Tiroler Monteure in allen Ehren, das ändert aber nichts daran, dass mit der 380 kV-Leitung entlang der A 71 auf Kosten vor allem der privaten Stromkunden in eine falsche Sache investiert wird”.

Auch die zahlreichen Ausgleichsmaßnahmen ändern nichts an dieser Tatsache. „Die Ausgleichsmaßnahmen helfen den betroffenen Kommunen Missstände zu beseitigen oder Probleme zu lösen, für die dort das Geld fehlt”, sagt sie weiter, „an der nachhaltigen Landschafts-und Naturzerstörung und möglichen gesundheitlichen Folgen durch diese Trasse ändern sie nichts. Gar nichts!”

In wenigen Tagen beginnt im Planfeststellungsverfahren für den 3. Abschnitt der Trasse von Altenfeld nach Redwitz das Anhörungsverfahren. Vom 6. bis zum 9. Mai 2014 findet dies in Goldisthal statt. Am Erörterungstermin im Kultur-und Vereinshaus wird die Landrätin persönlich teilnehmen.

Die Kreisverwaltung hat in ihrer Stellungnahme vom 13.12.2013 erklärt: „Das Landratsamt Ilm-Kreis lehnt die geplante 380-kV-Leitung von Altenfeld nach Redwitz ab”. Begründet ist diese Ablehnung vor allem mit der im 3. Abschnitt zu erwartenden Zerstörung weiter Teile des Rennsteiges als Kulturdenkmal bei der Kammquerung des Thüringer Waldes und methodischen und fachlichen Mängeln bei der Bewertung der Eingriffe in die Schutzziele des Naturparks „Thüringer Wald”. Der Ilm-Kreis befürchtet massive negative Auswirkungen auf den Tourismus und sieht Besonderheiten für den Artenschutz von Fledermäusen und Vögeln, wie den dafür notwendigen besonderen Strukturreichtum, nicht ausreichend betrachtet.

Ihr Ziel ist es, so Petra Enders, dass das für die Planfeststellung zuständige Thüringer Landesverwaltungsamt sich ihrer Forderung nach einem Moratorium zum Bau weiterer Starkstromleitungen anschließt: „Baustopp für alle diesbezüglichen Vorhaben, bis  das Bundesverfassungsgericht über die Klage zweier Privatleute aus dem Ilm-Kreis gegen die 380 kV-Leitung entschieden hat und in Deutschland Klarheit darüber besteht, dass nur die Orientierung an den Klimazielen eine zukunftsfähige Energieversorgung sichert”.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, findet am 10. Mai, zum Abschluss der diesjährigen Woche der erneuerbaren Energie, an der TU Ilmenau eine Energiekonferenz „Energiewende und Netzausbau – Sind wir auf dem richtigen Weg?” statt, zu der die Landrätin des Ilm-Kreises eingeladen hat.