PM 2014-04-14 Landrätin Petra Enders: IHK soll Moratorium zum Netzausbau unterstützen statt neue Starkstromleitungen zu fordern

14. April 2014

Auf entsprechende Äußerungen des Hauptgeschäftsführers der IHK Südthüringen, Ralf Pieterwas äußert sich die Landrätin des Ilm-Kreis, Petra Enders (DIE LINKE) wie folgt:

„Es ist nicht nachvollziehbar, wenn sich maßgebliche Leute der IHK Südthüringen zustimmend für weitere Strom-Transitleitungen durch Thüringen aussprechen“.

Petra Enders: „Wer die Masten der sich im Bau befindlichen 380 kV-Leitung entlang der A 71 durch den Ilm-Kreis sieht, kann einen weiteren, ungeprüften Weiterbau dieser Leitung nicht akzeptieren und sollte spätestens jetzt die dadurch sichtbar werdende Naturzerstörung und Landschaftsbeeinträchtigung zum Anlass nehmen, neuen Monstertrassen gegenüber kritisch aufzutreten. Zumal klar ist, dass keine der geplanten Leitungen etwas mit der notwendigen Energiewende zu tun hat. Es geht nicht darum, wie Befürworter weiterer Starkstromtrassen durch Thüringen behaupten, erneuerbare Energie von den Erzeugerstandorten in Norddeutschland zu den Lastschwerpunkten in Süddeutschland zu transportieren, sondern nur darum, die Leitungskapazitäten für die Durchleitung von Kohlestrom zu erweitern“.

Frau Enders weiter: „Was für den notwendigen Klimawandel völlig kontraproduktiv ist, wie jeder von dem am Wochenende in Berlin tagenden Weltklimarat erfahren konnte“.

Anstatt die Kapazitäten für die weitere Nutzung von Kohlestrom zu erweitern, muss in erneuerbare Energie investiert werden. Und zwar dort, wo diese Energie auch verbraucht wird. Die Bundesregierung verlässt gerade diese Linie, umso wichtiger ist es, das „Vor Ort“ gegen eine solche Politik und ihren Folgen mobil gemacht wird.

Frau Enders: „Ich bin überzeugt davon, dass neue Starkstromleitungen unnötig sind. Ich halte an meiner Überzeugung fest, dass auf bestehenden Trassen die Durchleitungskapazitäten durch Freileitungsmonitoring und Hochtemperaturseile ausreichend erhöht werden könnten, ohne weitere Eingriffe in die Natur. Selbst Bayern, das ja als einer der Lastschwerpunkte immer wieder genannt wird, lehnt neue Trassen ab und setzt auf Eigeninitiative. Selbst das vorfristige Abschalten des Atomkraftwerkes in Grafenrheinsfeld im nächsten Jahr wird dort zu keinen Engpässen in der Stromversorgung führen“.

Die Landrätin fragt: „Warum dann dieser vorauseilende Gehorsam führender Vertreter der IHK Südthüringens gegenüber einen der großen Netzbetreiber?  Ich sage: Die IHK Südthüringen sollte sich auf die Vertretung ihrer Mitglieder in der Region konzentrieren und meine Forderung nach einem Moratorium des Übertragungsnetzausbaues unterstützen: Stopp für die bereits im Bau befindliche 380 kV-Leitung und keine neuen Starkstromtrassen, bis klar ist, wie die für den Klimaschutz notwendige Energiewende in Deutschland umgesetzt werden soll!

Das steht der IHK Südthüringen besser zu Gesicht, als ungefragt Ratschläge nach Ostthüringen abzusondern!“