PM 2014-04-09 Petra Enders: Moratorium zum Übertragungsnetzausbau notwendig

9. April 2014

„Die Energiepolitik im Bund ist ein einziges hin und her und keine Linie erkennbar“, so Petra Enders, Landrätin im Ilm-Kreis und engagierte Kritikerin einer 380 kV-Leitung durch ihren Kreis. Sie sagt weiter: „Jetzt ist eine Novellierung des EEG auf den Weg gebracht, mit der die große Koalition ihrer schwarz-gelben Vorgängerregierung folgt: Die Kosten werden auf die privaten Haushalte umgelegt und die Industrie großzügig entlastet. Klimapolitische Ziele einer Energiewende, mit denen das EEG einst begründet wurden, spielen keine Rolle mehr“.

Verdächtig ist, dass trotz massiver Proteste verschiedener Bundesländer und Kommunen, am offensichtlich nicht zu begründenden Starkstromnetzausbau festgehalten werden soll. Das bestärkt den Verdacht, dass es hier letztendlich nur ums Geld geht. Und wer die Verlautbarungen aus dem Bundeswirtschaftsministerium richtig liest wird schnell erkennen, dass es hier vor allem um die Sicherung der Profitinteressen der Kohlekraftwerkbetreiber geht.

„Dafür geben wir unsere Heimat nicht her“, sagt die Landrätin durch deren Kreis trotz einer anhaltenden Protestwelle gerade eine 380 kV-Leitung mit Monstermasten für die Durchleitung von Kohlestrom gebaut wird.

Anfang Mai beginnt für den 3. Abschnitt dieser Leitung das Planfeststellungsverfahren. Dann geht es um die Strecke zwischen dem Umspannwerk Altenfeld über den Kamm des Thüringer Waldes bis zur bayerischen-thüringischen Landesgrenze, dem sensibelsten Abschnitt  der gesamten Trasse.

Frau Enders unterstützt gemeinsam mit Bürgerinitiativen und Kommunen eine Verfassungsbeschwerde von 2 Privatpersonen gegen den Planfeststellungsbeschluss des 2. Abschnittes, der den Ilm-Kreis entlang der Autobahn 71 durchschneidet. Und Frau Enders wird auch zum Erörterungstermin des Landesverwaltungsamtes am 8. Mai nach Goldisthal fahren und dort ihre Position erneut deutlich machen: „Die technische Aufrüstung vorhandener Übertragungsnetze mittels Freileitungsmonitoring und Hochtemperaturseilen statt des Neubaus immer weiterer naturzerstörender und die Lebensqualität negativ beeinflussbarer weiterer Starkstromleitungen“.

Petra Enders: „Was wir jetzt brauchen ist ein Moratorium. Keine neuen Leitungen, bis klar ist, wie es mit der Energiewende in Deutschland weiter geht“. Unterstützung hat sie dazu von prominenter Seite erhalten. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat erst jüngst eine solche Forderung erhoben und hält daran fest.

Wird die 380 kV-Leitung weiter gebaut, wird mit der Kammquerung des Thüringer Waldes der unter Denkmalschutz stehende Rennsteig als touristisches Highligth unwiederbringlich entwertet. „Das muss verhindert werden“, gibt sich Frau Enders kämpferisch.