Gedenkveranstaltung anlässlich der “Befreiung des Konzentrationslagers SIII”

20. April 2016

 

Am 9. April 2016 fand an der Gedenkstätte Jonastal, um 11 Uhr, die Gedenkveranstaltung anlässlich der „Befreiung des Konzentrationslagers SIII“ am 09. April 1945, statt.

In der Nähe der Gedenkstätte Jonastal, befand sich bis Anfang April 1945 ein  Außenlager des KZ Buchenwald. Der Gedenkstein weist auf das Schicksal der Menschen hin, die hier unter schlimmsten Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten. Die Menschen wurden gezwungen, ein unterirdischen Tunnel- und Bunkersystem für die Nazis zu errichten. Am 2. April wurde der größte Teil der da noch inhaftierten Insassen unter Bewachung der SS auf einen Todesmarsch zum KZ Buchenwald getrieben. Wer nicht marschfähig erschien wurde erschlagen oder erschossen.

Opfer der Nazizeit. Seit Jahren gehört es zur Erinnerungskultur des Ilm-Kreises, sich bewusst an diese Zeit zu erinnern, und der Opfer dieser Zeit zu Gedenken.

Im vergangenen Jahr war an diesem Tag Herrn Pedro Mischtschuk im Ilm-Kreis zu Gast, der als Jugendlicher aus seiner ukrainischen Heimat verschleppt worden ist und auch hier, in diesem KZ-Außenlager, unter barbarischsten Bedingungen Zwangsarbeit leisten musste. Wer im vergangenen Jahr hier gewesen ist weiß, seine Botschaft war nicht Rache oder Vergeltung. Seine Botschaft war: Vergebung. Menschlichkeit und Frieden.

Doch wenige Stunden nach dieser Gedenkveranstaltung im letzten Jahr, wurde die Gedenkstätte von radikalisierten Rechten geschändet.

Die Landrätin war fassungslos. Sie war wütend. Aber vor allem habe Sie sich geschämt. Geschämt für diese Verrohung der Sitten in unserer Gesellschaft.

Wie kann man so etwas tun?
Wer macht so etwas?

Sie habe darauf keine Antwort.

„Als es ab Herbst vergangenen Jahres um die Unterbringung von verstärkt ankommenden Flüchtlingen ging, ist mir persönlich der in solchen Taten innen wohnende Hass mehrfach im Kreis begegnet.“, so Frau Enders.

Sie fordert: „Es müssen die Fluchtursachen bekämpft werden, nicht die Flüchtlinge!“

Nach wie vor gehört Deutschland zu den größten Waffenexporteuren der Welt. Das hat auch nicht aufgehört, als sich große Flüchtlingsströme vor Krieg, Not, Hunger und Leid in Gang gesetzt haben. Nach wie vor liefert Deutschland Waffen an diktatorische Systeme, obwohl die Bundesrepublik Deutschland über Regelungsmechanismen, wie das Waffenexportgesetz verfügt, um Einhalt zu gebieten.

Wir wissen alle warum. Weil große Konzerne und die Bundesrepublik Deutschland Milliardengewinne einfahren, zu Lasten der Ärmsten dieser Welt. Das ist scheinheilige Politik. Flüchtlinge zu begrüßen, die zuvor mit deutschen Waffen aus ihrer Heimat gebombt wurden. Jährlich sterben 18 Millionen Menschen an Hunger, obwohl die Welt über eine Landwirtschaft verfügt, die alle Menschen zweimal um den ganzen Erdball ernähren könnte.

„In der Flüchtlingspolitik muss es ab sofort mehr darum gehen, Fluchtursachen statt die Flüchtlinge zu bekämpfen.“, fordert die Landrätin.