“Die Energiewende kann nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort gelingen!”

10. Juni 2015

Statement der Landrätin zur Pressekonferenz 50Hertz am 8. Juni 2015 zum Weiterbau des dritten Bauabschnitts der 380 kV-Leitung

“Wie ernst nimmt man eigentlich die Menschen in diesem Land”, fragt Landrätin Petra Enders. “Noch immer, nach über einem Jahr, ist die Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht gegen den Bau der 380 kV-Leitung durch den Thüringer Wald nicht entschieden. Derweil wird durch 50 Hertz fleißig weitergebaut und werden Tatsachen geschaffen. Obwohl nachgewiesen ist, dass diese Leitung dem Transport von dreckigem Kohlestrom dient. Der irrt, wer glaubt, die Menschen durchschauen diese Politik nicht!”.

IMG_7450“Die Energiewende kann nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort gelingen”, konstatiert Enders. Eine  intransparente Politik über die Köpfe hinweg, führt zu Widerstand und wird die Energiewende gefährden”, ist die linke Landrätin des Ilm-Kreises überzeugt. “Nach wie vor gibt es kein energiepolitisches Gesamtkonzept der Bundesrepublik Deutschland, das sich am deutschlandweit notwendigen Energiebedarf orientiert. Deutschland ist schon jetzt eines der größten Energieexportländer der Europäischen Union. Unberücksichtigt beim Netzausbau bleiben ebenfalls schon jetzt Potentiale der Energieeinsparung, Energieeffizienz und die dezentrale Energieerzeugung der einzelnen Bundesländer.”

“Ergebnis der ungeordneten katastrophalen Energiepolitik ist ein überdimensionaler Leitungsausbau in Deutschland – der Natur, Landschaft und wie jetzt das Markenzeichen Thüringens den Rennsteig zerstört. Denn man darf nicht vergessen, dass in dem in der Diskussion befindlichen Netzentwicklungsplan der Bundesrepublik weitere 6 Leitungsvorhaben durch Thüringen geplant sind”, gibt Enders ernsthaft zu bedenken.

“Eine wirkliche Energiewende gelingt nur dezentral, regional und regenerativ, ist Enders überzeugt. ”Und davon müssen Städte, Gemeinden, Bürgerkraftwerke und Stadtwerke profitieren und nicht große Energiekonzerne, die Maximalgewinne durch Stromtransport und Stromhandel auf Kosten unserer Heimat erzielen wollen”, so abschließend die linke Politikerin.